HNO-GEMEINSCHAFTSPRAXIS
Privatdozent Dr. med. Christoph Aletsee
Dr. med. Alessandro Relic
Fachärzte für
Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde,
Allergologie, Spezielle HNO-Chirurgie,
Stimm- und Sprachstörungen,
Schlafmedizin
Salinenstraße 2
D-55543 Bad Kreuznach
Telefon: +49-671 - 41020
Telefax: +49-671 - 32952
Leitende Ärzte der HNO-Abteilung
Diakoniekrankenhaus
Akademisches Lehrkrankenhaus der
Universität Mainz
Ringstr. 64
D-55543 Bad Kreuznach
Tel. +49-6 71-6 05-2430
Sprechstunden nach Vereinbarung
Sprech und Sprachstörungen
Für die Entwicklung der Sprache sind das Hören sowie das Erkennen und Verstehen von Sprache unbedingte Voraussetzung. Während die Fähigkeit zu Hören den Menschen angeboren ist, erfolgt die Reifung der neuralen Hörbahn jedoch großteils bis Ende des ersten Lebensjahres durch die Stimulation mit Geräuschen. Während dieser Zeit lernt das Kind Geräusche, Stimmen etc. zu unterscheiden. Bleibt die Reifung der Hörbahn in dieser Phase der Entwickelung aus, kann ein irreparabler Schaden entstehen.
Ein frühzeitiger Ausschluss einer Hörstörung ist in den ersten Lebensmonaten unbedingt erforderlich! Ein Kind mit angeborener oder schon früh erworbener Hörstörung kann Sprechen und Sprache nur mit großer Mühe erlernen. Im Krankenhaus der kreuznacher diakonie in Bad Kreuznach wird ein Neugeborenen-Hörscreening durchgeführt, um Kinder mit Hörstörungen frühzeitig zu erkennen und einer adäquaten, interdisziplinären Diagnostik und Therapie zuzuführen.
Neben den angeborenen Hörstörungen können gehäufte Mittelohrentzündungen der Grund für ein gestörtes Hörvermögen sein und zu einer Sprachentwickelungsstörung führen.
Als Sprachentwicklungsstörung bezeichnet man jegliche Form der Beeinträchtigung der normgerechten, altersgemäß verlaufenden Sprachentwicklung. Sprachentwicklungsstörungen gehören zu den häufigsten Sprachstörungen überhaupt. Sie treten hauptsächlich im Vor- und Grundschulalter auf, können aber auch bis ins Jugendlichen- und Erwachsenenalter reichen.
Sprachentwicklungsstörungen können zum Beispiel Wortschatz, Grammatik, Sprachverständnis, Lese- und Schreibleistung, Sprachgestaltung sowie Merkfähigkeit für Sprache betreffen:
• Sprechstörungen (z.B.: Sigmatismus = Fehlbildung der S-Laute, "Lispeln")
• Sprachstörungen (z.B.:"Tanne" statt "Kanne")
• Dysgrammatismus (Störungen bei der Verwendung des grammatischen Regelsystems)
• Störungen der Wortfindung, Bedeutungsentwicklung und/oder Wortschatzeinschränkungen
• Störungen des Kommunikations- und Dialogverhaltens
Diese Störungsphänomene sind selten isoliert zu beobachten, sondern häufig in Kombination miteinander oder im Zusammenhang mit anderen Störungen oder Entwicklungsbeeinträchtigungen. Beträgt ein Sprachentwicklungsrückstand mindestens ein halbes Jahr, spricht man von einer Sprachentwicklungsbehinderung.
Die Redeflussstörungen treten isoliert und (häufiger) in komplex kombinierten Formen auf. Sie sind für die Betroffenen in vielen Fällen mit erheblichen psychosozialen Belastungen verknüpft. Stottern ist eine Störung des Redeflusses, die meistens im Kindesalter beginnt und sich in ihrem weiteren Verlauf chronifizieren kann. Die Ursache des Stotterns ist bisher nicht bekannt. Die Kernsymptomatik des Stotterns sind Laut- und Silbenwiederholungen, Dehnungen und unfreiwillige Blockierungen von Lauten. Ihr rechtzeitiges Erkennen, bzw. Behandeln kann die Chancen einer Rückbildung erhöhen. Poltern ist gekennzeichnet durch auffallend häufige Silben- und Wortwiederholungen. Das Sprechtempo ist erhöht und es bestehen Auffälligkeiten in der melodisch-rhythmischen und/oder dynamischen Akzentuierung des Sprechens.
In der HNO-Abteilung und der Praxis bestehen die fachlichen und apparativen Möglichkeiten eine differenzierte Diagnostik sowie Beratung und Therapie bei Sprech-, Sprach- und Hörstörungen durchzuführen. Eine weitere Aufgabe ist die Einleitung, Verordnung und fachärztliche Begleitung einer adäquaten, altersentsprechenden Therapie bei einem geeigneten Sprachtherapeuten.